Verantwortung ist ein Begriff, der im Arbeitskontext schnell zur Sprache kommt. In der Regel geht es dabei um Zuständigkeiten, Erwartungen und darum, dass „es läuft“. Was die betroffene Person aber auch hört: Wenn ich Verantwortung trage, muss ich alles im Griff haben.

Aber genau hier beginnt die Spannung.

Blick von einem bewaldeten Hang über ein weites Tal mit einer Stadt, Feldern und dahinterliegenden Bergen unter einem wolkigen Himmel.

Denn echte Verantwortung im Arbeitsalltag bedeutet nicht, alles zu kontrollieren oder für alles zuständig zu sein. Sondern zu verstehen, was mein eigener Anteil an einer Situation ist und wo meine Einflussmöglichkeiten enden. Rational kennen viele von uns den Circle of Influence. Emotional fühlen wir uns oft für deutlich mehr verantwortlich.

Zwischen Verantwortung und Überforderung

Schauen wir uns dazu zunächst die beiden Randbereiche an:

  • Zu wenig fühlt sich nach Ohnmacht an: Ich kann sowieso nichts verändern.
  • Zu viel führt schnell in Überforderung: Ich bin für alles verantwortlich.

Beide Optionen machen die Person Handlungsunfähig, was gerade im Arbeitsalltag nicht weiterführt.

Gerade in Zeiten der Transformation entsteht genau an diesem Punkt Überforderung bis hin zur Handlungsunfähigkeit. Denn wenn einzelne Mitarbeiter oder Führungskräfte einen notwendigen Schritt sehen, dieser aber von der Organisation (noch) nicht gewollt oder gesehen wird.

Dabei kann es sich um real übertragene oder um nicht real übertragene Verantwortung auf die einzelnen Personen handeln.

Dann hilft eine andere Perspektive:
Verantwortung beginnt dort, wo ich erkenne, dass ich Teil einer Situation bin, aber nicht ihr alleiniger Ursprung.

Oder anders gesagt:
Ich kann andere nicht ändern. Aber ich kann beeinflussen, wie ich selbst auf diese Situation reagiere, wie ich kommuniziere und handle.

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Kommunikation ist mehr als Worte

Für viele außenstehende liegt die Lösung klar auf der Hand. Die müssen doch nur miteinander sprechen. Und ja das ist auch so. Nur gerade, wenn es schon am Punkt der Hilflosigkeit oder der Überforderung ist, aber auch schon vorher, ist es wichtig sich noch einmal das vier Seiten einer Nachricht Kommunikationsmodell von Schulz von Thun vor Augen zu führen. Jede Aussage hat 4 Ohren und 4 Münder die Sachinfomation, Selbstoffenbarung, Beziehungsebenen und Appell beinhalten.

Wichtig ist daher sich auch rückzuversichern, ob die gemeinte Botschaft auch so angekommen ist. Häufig merkt man das schon am Verhalten des Gegenübers.

Genau an dieser Stelle entsteht, gerade unter Druck, Reibung. Weil dann die Antennen dafür, dass das Gegenüber etwas anders verstanden haben könnte, nicht mehr auf Empfang stehen.

Die Kommunikation nach innen

Aber in solchen Situationen darf man auch nach innen schauen und überlegen welchen Anteil man selbst hat.

Hierzu gibt es eine Frage, die mir vor vielen Jahren gestellt wurde und mich zum Reflektieren anregt: „Frau Haag, ist das eigentlich ihre Aufgabe/ Verantwortung?“.

Oder anders gesagt, hast du dir schon mal die folgenden Fragen gestellt:

  • Warum versuchst du immer wieder Probleme zu lösen, die außerhalb deines Einflussbereichs liegen?
  • Warum fühlst du die für die Reaktion der anderen Person verantwortlich?
  • Warum glaubst du, Situationen retten zu müssen, für die du gar nicht verantwortlich bist?

Was dahingegen häufig passiert ist eine der beiden folgenden Reaktionen:

  1. Die anderen haben Schuld

Wenn es im Miteinander schwierig wird, entstehen die folgenden Gedanken, die in Hilflosigkeit enden:

  • Die anderen müssten klarer kommunizieren
  • Die Führung müsste eindeutiger sein
  • Das Team müsste besser zusammenarbeiten

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2. Ich habe Schuld

In diesem Fall sind die Gedanken eher die folgenden und können schnell zu Überforderung führen:

  • Ich habe mich nicht klar genug ausgedrückt
  • Ich muss etwas an mir und meinem Verhalten ändern
  • Ich muss die anderen besser überzeugen
  • Mit meinen Gedanken stimmt was nicht

Beide Reaktionen sind nicht hilfreich und die Wahrheit liegt nicht in Schuldzuweisungen, sondern in der ehrlichen Frage, die sich beide Seiten stellen dürfen:
Was ist mein Anteil daran, wie diese Situation gerade verläuft und was aber auch nicht?

Dann hilft es bewusst wahrzunehmen:

  • was die eigenen Worte bewirken
  • welchen Tonfall man verwendet
  • wie man sich verhält
  • welche Eigen-Interpretationen mitschwingen
  • welche persönlichen Ängste gerade angesprochen werden

Diese Form der Selbstreflexion ist keine Selbstkritik, sondern sie eröffnet einen Zugang zu möglichen Lösungswegen. Im falle der Hilflosigkeit kann man wieder ins Tun kommen und im Fall der Überforderung, die Päckchen der anderen auch bei ihnen lassen und nicht als eigene Fehler anzunehmen.

Ein kleiner Impuls zum Schluss

Vielleicht lohnt sich heute eine einfache Frage:

In welcher Situation wünsche ich mir gerade Veränderung bei anderen? Was kann ich an meiner Erwartung, meinem Verhalten oder meiner Kommunikation ändern, um die Situation positiv zu beeinflussen?

Was dann entsteht sind Handlungsoptionen, mit dem klaren Verständnis wo der eigene Einfluss beginnt und wo er endet.

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Was andere über mich sagen

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„Frau Haag schaffte es mit ihrer klaren Analyse und Sortierung Stück für Stück zum Kern vorzudringen.“ Cora

Auszug aus einem ausführlichen Feedback. Die lange Version lesen…

Du bist so ein großartiger, fröhlicher Mensch. Davon werden noch so viele profitieren.
Danke dir für deine wertvolle Einschätzung Tanja 😊👍