Wenn über gesundes Arbeiten gesprochen wird, entsteht oft ein Missverständnis:
Gesund arbeiten wird mit Reduktion gleichgesetzt: weniger Stunden, weniger Tempo, weniger Verantwortung.

In der Praxis zeigt sich jedoch ein anderes Bild: Belastung entsteht selten durch zu viel Leistung, sondern durch unklare, schlecht gestaltete Leistung, wenig Anerkennung oder einem Handlungsspielraum, der nicht zur Verantwortung passt.

Ein Blick auf den Arbeitsalltag macht das deutlich.

Leistung wird oft in Stunden gemessen, nicht im Inhalt

In vielen Organisationen gilt: Je mehr Zeit, desto mehr Leistung.
Weil Zeit einfach messbar ist, wird sie oft zum Leistungsmaßstab. Doch das ist trügerisch. Wenn Ergebnisse nicht klar definiert sind oder erst lange nach der Arbeit bewertet werden (können), entsteht ein Vakuum. Mitarbeitende versuchen dieses Vakuum mit einem erhöhten Zeit- und Energieeinsatz zu füllen, oft ohne Orientierung, ob sie am Richtigen arbeiten.

Typische Beispiele sind:

  • Entwicklungsprojekte mit langen Laufzeiten
  • der Aufbau von Kundenbeziehungen
  • Marketing- oder Strategiearbeit, deren Wirkung erst Monate später sichtbar wird

In solchen Kontexten ersetzt Zeit oft die fehlende inhaltliche Orientierung.

Hier können neue Metriken gefunden werden, der Fortschritt, Qualität oder Wirkung messen. Zum Beispiel: wurden alle Risiken betrachtet und behandelt, wie hoch ist der Beitrag zur langfristigen Unternehmensstrategie oder Widerverwendbarkeit der Lösung oder des Ansatzes.

Langzeitstudie zeigt: hohe Arbeitsbelastung kostet Gesundheit und Leistung

Eine Langzeitstudie des Deutschen Zentrums für Arbeitsmedizin analysierte über zehn Jahre Belastungsfaktoren am Arbeitsplatz, darunter Arbeitsdruck, Überstunden und psychische Belastungen wie Stress und Burnout. Die Ergebnisse zeigen deutlich:

  • Menschen mit langjähriger hoher Belastung haben höhere Krankheitsraten, körperlich wie psychisch.
  • Ihre Leistungsfähigkeit nimmt langfristig ab, sowohl körperlich als auch kognitiv.
  • Unternehmen erleben höhere Fluktuation, Wissensverlust und steigende Rekrutierungskosten.

Diese Befunde untermauern, was sich auch in der Praxis zeigt: Mehr Zeit bedeutet nicht zwangsläufig bessere Arbeit. Dabei geht es nicht um kurzfristige Belastungsspitzen.
Dass ein Eventmanager vor einer Veranstaltung stark gefordert ist, ist meist gut leistbar, wenn danach Erholung möglich ist. Kritisch wird es, wenn Belastung zum Dauerzustand wird.

Hier ist es notwendig das zunächst jeder selbst für sich reflektiert, und dann die Reflexionskreise größer werden. Also von der Person auf das Team auf die Abteilung und so weiter, bis man ein Bild vom Unternehmen selbst hat. Dann kann konkret an Veränderungen gearbeitet werden. Diese könnten gemeinsame Prioritäten sein, oder aber auch ganz persönliche Ziele und Erwartungen betreffen. Transparenz in der Kommunikation ist hier ein Schlüssel.

Starte die Veränderung

Ich lade dich ein, gezielt auf die Kultur in deinem Unternehmen zu achten. Im Alltag läuft vieles intuitiv, doch manchmal lohnt es sich, bewusst hinzuschauen.

Die ersten Symptome einer Organisation sind oft zu spät oder zu unklar sichtbar

Viele Organisationen setzen erst dann an, wenn Symptome sichtbar werden: Burnout, Fehlzeiten, Überlastung.  Dies zeigt sich auch an der Studie von Morgen & Morgan in der aufgeführt ist, dass die häufigste Ursache (35,75%) für Berufsunfähigkeit psychische Erkrankungen sind.

Doch genau hier wirkt Prävention. Sie setzt neben den beiden oben genannten, eher strukturellen Themen, auch daran an persönlichen Grenzen, Zielen und Motivatoren an.

Prävention ist wie eine Versicherung zu sehen. Diese schließe ich ab, ohne vorher genau zu wissen das ich sie brauchen werde. Nur im Gegensatz zu einer Versicherung hat sie auf jeden Fall einen positiven Effekt.

Gelebte Strukturen wirken stärker als jede Maßnahme

Gesundes Arbeiten scheitert selten an fehlendem Wissen, sondern an unausgesprochenen Erwartungen. Wenn Führungskräfte lange arbeiten, ständig erreichbar sind oder Entscheidungen hinauszögern, wird das zur Norm, unabhängig davon, was HR oder interne Leitbilder vorgeben. Menschen orientieren sich an dem, was sie erleben, nicht an dem, was offiziell kommuniziert wird.

Nicht Visionen, Leitbilder oder Vorgaben sind hier maßgeblich, sondern das Verhalten der Kollegen und Vorgesetzen im Umfeld. Daraus schließen wir welches Verhalten angebracht ist. Das gilt für Überstunden, ebenso wie für viele andere Verhaltensweisen, auch solche die Stress reduzieren und resilienter machen.

Klare Ziele, Transparente Kommunikation und konsequentes Vorleben sind hier einige Schlüsselfaktoren.

Workshop: Burnout erkennen und abwenden

Du möchtest Werkzeuge kennenlernen, dich mit den Themen Stress und Burnout bei Mitarbeitenden auskennen und erste Anzeichen früh erkennen, um einem Arbeitsausfall vorbeugen zu können?

Dann melde dich an!

Gesund arbeiten heißt: wirksam arbeiten

Gesund arbeiten bedeutet nicht, weniger Leistung zu bringen.
Es bedeutet, Leistung klarer, wirksamer und nachhaltiger zu gestalten.
Dort, wo Arbeit gut ausgerichtet ist, entsteht Leistung nicht trotz, sondern durch gesunde Arbeitsweisen.

Und oft beginnt Veränderung nicht mit neuen Programmen, sondern mit einer einfachen Frage: Woran erkennen wir eigentlich gute Arbeit?

Anmeldung zum Newsletter

Bekomme monatliche nützliche Tipps und Informationen.

Indem du auf Anmelden klickst, bestätigst du, dass du die Datenschutzbestimmungen gelesen hast und anerkennst.

Was andere über mich sagen

Originalbewertung auf bark.com
Originalbewertung auf bark.com
Du bist so ein großartiger, fröhlicher Mensch. Davon werden noch so viele profitieren.
Danke dir für deine wertvolle Einschätzung Tanja 😊👍